Let’s talk about sex

Nachdem ich es inzwischen meinen Eltern und Schwestern gesagt habe, möchte ich ganz offen dazu stehen: Ich bin bisexuell – ich liebe Männer und Frauen. Also für alle Anderen: Überraschung! Meine Familie hat total offen reagiert, es war gar kein großes Thema und es hat sich rein gar nichts verändert, außer, dass es mich total erleichtert hat.Leider gibt es aber immer noch Menschen, die Homo-, Bi-, Transsexualität oder anderen Orientierungen und Neigungen mit Vorurteilen und Ablehnung begegnen.
Deswegen müssen sich auch heute noch Menschen für ihre Gefühle, ihre Sexualität und damit auch für sich selbst rechtfertigen. Ganz davon abgesehen, wird es in anderen Ländern sogar heute noch strafrechtlich verfolgt und bestraft.

Dabei ist es doch ganz egal, wen oder wie viele Menschen man liebt oder mit wem man gerne Sex hat und niemand sollte deswegen bewertet werden, sich falsch oder ausgeschlossen fühlen. Viel wichtiger sind starke und liebenswerte Charaktereigenschaften einer Person, die sie interessant machen und weshalb man gerne Zeit mit jemandem verbringt. Ehrlichkeit ist für mich eine unverzichtbare Charaktereigenschaft; außerdem umgebe ich mich gerne mit von Grund auf positiven Menschen, die Energie in sich tragen.

Letzte Woche habe ich erlebt, dass mir jemand ganz viel Ignoranz und Ablehnung begegnet ist, den ich noch nie in meinem Leben getroffen habe: Mein Freund und ich wurden in einer privaten Nachricht über Social Media persönlich angegriffen und beleidigt. Mein Selbstbewusstsein ist stark genug, um darüberzustehen und dazu trägt vor allen Dingen bei, dass ich mich selbst akzeptiere. Denn so können mich Andere nicht durch Ignoranz und Ablehnung aus dem Gleichgewicht bringen.
Allerdings war ich ziemlich schockiert und auch enttäuscht von so viel Inakzeptanz und Hass.

Als ich jünger war, habe ich oft über die Beziehungen von Freunden oder deren Eltern gesagt: „Die machen dies und jenes, total komisch. Das ist ja auch nicht normal.“ Mein Vater hat immer nur geantwortet: „Naja, ist eben auch ein Beziehungskonzept. Für diese Leute mag das ja funktionieren.“ Das hat damals meinen Horizont erweitert und ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen das Gleiche lernen und einfach akzeptieren würden, dass manche Menschen für sich unkonventionellere Beziehungsmodelle ausleben und einige Dinge eben anders empfinden als Andere.  Wir alle kennen nur das, was wir selbst empfinden und es ist eine persönliche Entscheidung, jemand anderem zu glauben, dass er/sie anders fühlt. Wenn jeder die Gefühle des Anderen nur akzeptieren würde, könnten viele Menschen so viel besser kommunizieren.
Das wünsche ich mir:
Gar nicht mehr Verständnis, sondern mehr Akzeptanz für „Anderes.“

Liebt wen ihr wollt, so viel ihr wollt und vor allen Dingen: Liebt euch selbst!